Der individuelle Sanierungsfahrplan – kurz iSFP – ist die geförderte Energieberatung für Wohngebäude. Ein zugelassener Energieeffizienz-Experte nimmt Ihr Gebäude vor Ort auf und macht daraus einen Plan: welche Maßnahme wann sinnvoll ist, was sie bringt und was sie kostet.
Wir sind in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes gelistet. Für viele Programme von BAFA und KfW ist genau das Voraussetzung – ohne gelisteten Experten gibt es keinen Antrag.
Was im Sanierungsfahrplan steht
Der iSFP bündelt alle wirtschaftlich sinnvollen Sanierungsschritte für Ihr Gebäude – verständlich priorisiert, mit Umsetzungshilfe. Er ist die Grundlage für planbare Maßnahmen, vergleichbare Angebote und eine Förderstrategie, die zusammenpasst.
- Aufnahme des Ist-Zustands: Bauteile, Anlagentechnik, Verbräuche
- Maßnahmenpakete in sinnvoller Reihenfolge statt Einzelempfehlungen
- Einsparpotenzial und CO₂-Wirkung je Maßnahme
- Kostenrahmen und Restkosten nach Förderung, vorab transparent
- Umsetzungshilfe für Sie und für die ausführenden Betriebe
Wohin die Sanierung führt: die Effizienzhaus-Stufen
Je niedriger die Effizienzhaus-Stufe, desto geringer der Energiebedarf Ihrer Immobilie. Der aktuelle Neubaustandard ist Effizienzhaus 55 – ein Ziel, das auch für Altbauten mit Förderung erreichbar ist.
- über 100 – typischer unsanierter Altbau
- Effizienzhaus 85
- Effizienzhaus 70
- Effizienzhaus 55 – Neubaustandard
- Effizienzhaus 40
Welche Stufe für Ihr Gebäude realistisch ist, sagt der Fahrplan. Die KfW knüpft ihre Förderkredite für die Sanierung an die erreichte Effizienzhaus-Stufe.
Der Fahrplan erhöht die Förderung
Setzen Sie später Maßnahmen aus dem iSFP um, erhalten Sie in der BEG-Einzelmaßnahme den iSFP/WPB-Bonus von bis zu zehn Prozentpunkten auf den Fördersatz – und der förderfähige Kostenrahmen verdoppelt sich auf 60.000 € statt 30.000 € für die erste Wohneinheit pro Jahr.
Der Fahrplan ist damit nicht nur ein Plan, sondern selbst ein Förderhebel. Welche Programme für Ihr Vorhaben in Frage kommen, klären wir im Förderservice.
Für welche Gebäude
- Ein- und Zweifamilienhäuser – Eigentümer, die selbst bewohnen oder vermieten
- Mehrfamilienhäuser, WEGs und Hausverwaltungen – mehrere Wohneinheiten, gemeinsame Entscheidung
Für Nichtwohngebäude gilt ein eigenes Verfahren: dort greift die Energieberatung für Nichtwohngebäude (EBN) und das Energieaudit nach DIN EN 16247.
So läuft es ab
- Kostenloses Erstgespräch. Wir klären Ziel, Gebäude und Förderchancen, unverbindlich.
- Vor-Ort-Erfassung. Ein zugelassener Energieeffizienz-Experte dokumentiert Bauteile, Technik und Verbräuche digital.
- Sanierungsfahrplan. Aus den Daten entsteht Ihr iSFP mit Maßnahmen, Prioritäten, Einsparpotenzialen und CO₂-Wirkung – klar erklärt.
- Angebotsprüfung. Wir prüfen Handwerkerangebote auf Förderfähigkeit und sorgen für klare Leistungsbeschreibungen.
- Umsetzung und Auszahlung. Wir übernehmen Anträge und Nachweise und begleiten bis zur Auszahlung.
Was der iSFP mitbringt, was Sie mitbringen
Nützlich für den Vor-Ort-Termin sind Baupläne, Angaben zu früheren Sanierungen, Heizungsunterlagen und die Verbrauchsabrechnungen der letzten Jahre. Fehlt etwas, ist das kein Hindernis – wir nehmen die Bauteile vor Ort auf.
Ein Energieausweis lässt sich in Kombination mit dem iSFP ohne Aufpreis erstellen, weil die Daten dafür ohnehin erhoben werden. Dasselbe gilt für Heizlastberechnung und hydraulischen Abgleich, wenn die Heizung Teil des Fahrplans ist.
Zwei Beispiele aus der Praxis
Einfamilienhaus in Pfungstadt. Baujahr 1958, 91 m² Wohnfläche. Energieberatung für Wohngebäude, raumweise Heizlastberechnung, hydraulischer Abgleich, Wirtschaftlichkeitsberechnung und Energiebedarfsausweis, dazu energetische Fachplanung und Baubegleitung für Fenster, Wand und Geschossdecke. Ergebnis: 52,75 % weniger Primärenergiebedarf und 1.026 € Ersparnis pro Jahr.
Zweifamilienhaus in Bensheim. Baujahr 1958, 180 m² Wohnfläche, Ölheizung aus 2002. Energieberatung, Wirtschaftlichkeitsberechnung, Energiebedarfsausweis und Fenstersanierung. Ergebnis: knapp 50 % Primärenergie-Ersparnis und 12.129 € erhaltene Förderung.